In letzter Zeit wurde ich oft gefragt, welche Rituale ich in den Rauhnächten mache und wie man richtig räuchert. Dazu möchte ich euch eine kleine Geschichte erzählen. Die Geschichte handelt von einer Feder, kindlicher Prägung und davon, wie man Rituale richtig feiert.

Was wurde euch in der Kindheit über Federn gesagt? Wie geht es euch dabei, wenn ihr Kinder seht die Federn vom Boden aufheben?
Ich kann euch sagen, ich habe regelmäßig Herzflattern bekommen, wenn ich Ronja dabei zusah, wie sie Federn einsammelte. Die Stimmen in meinem Kopf wurden dann ganz laut und das sprach ich auch so aus – die Federn sind schmutzig. Wer weiß – vielleicht war der Vogel krank. Pfui, leg sie wieder weg, wir müssen deine Hände unbedingt gut waschen…
Irgendjemand muss mir das in meiner Kindheit eindringlich weiß gemacht haben, dass mich das so geprägt hat. Ohne die Sache zu hinterfragen und neu zu bewerten, habe ich diese Einstellung an meine Tochter weitergegeben. Für Ronja total unverständlich – denn für sie sind sie etwas ganz Besonderes und sie hütet die Federn wie einen Schatz.

Im Sommer – es war kurz vor einem Neumondkreis – machte ich mich auf die Suche nach Federn… …im Geschäft. Bisher habe ich beim Räuchern immer nur die Hand verwendet und ich wollte es beim Neumondkreis ganz professionell und nach Lehrbuch mit einer Adlerfeder machen. Im Geschäft SeelenStein gab es keine Adlerfedern, jedoch viele andere wunderschöne Federn. Die Verkäuferin sagte mir, ich sollte mir einfach eine Feder nehmen, danach würde sie mir sagen von welchem Vogel sie kommt und bei was mich diese Feder unterstützen wird. Intuitiv zieht man die Feder, die zu einem gehört, fügte sie hinzu. Später fragte ich mich… WARUM HABEN GEKAUFTE FEDERN MEHR WERT FÜR MICH ALS GEFUNDENE? Im Zwiegespräch bekam ich folgende Antwort:

— Eine Sache ist immer so viel Wert, wie du ihr gibst. —

… Die Federn die ich mir ausgesucht habe sind wirklich wunderschön und ich bin mir sicher, sie sollten zu mir kommen. Doch die Federn aus meinem Garten… …bedeuten mir mittlerweile besonders viel, denn in unserer Phantasie lassen sie die Vögel speziell für uns hier fallen.

Später, im Herbst besuchte ich einen Workshop. Als wir mit dem Workshop fertig waren, gingen wir noch in den kleinen Shop vor Ort, in dem sich viele wundervolle, handgemachte Schönheiten befanden. Ich entschied mich dafür, einen Traumfänger mitzunehmen. Als ich den Traumfänger bezahlte, sagte der Workshopleiter zu mir: „das ist ein echter, magischer Traumfänger – keiner von den falschen in Drittländern hergestellten.“ Ich fragte mich… WANN IST EIN TRAUMFÄNGER ECHT UND MAGISCH? Den Input, den ich aus tiefstem Herzen bekam war wieder ein ähnlicher:

— Ein Gegenstand hat genau die Energie, die du dem Gegenstand gibst. —

Erst vor wenigen Wochen, zum letzten Vollmond – hielt ich zu ehren meiner Trommel mein erstes Ritual ab. Als ich damit begann, bekam ich Selbstzweifel – ich war mir nicht mehr sicher ob ich das kann und ob ich das Ritual, also das Geburtsfest meiner Trommel so abhalten würde, wie es gehört. Während ich so dasaß, fragte ich mich – WER SAGT, WIE EIN RITUAL AUSZUSEHEN HAT? …und plötzlich wusste ich es…

— So wie ich es mache – auf meine Art, das ist die für mich richtige Art ein Ritual abzuhalten. —

Ganz gleich was in einem Buch steht oder ich von meinen Lehrern vermittelt bekomme – das kann mich inspirieren, mein Eigenes zu kreieren. Die Selbstzweifel verschwanden und das Ritual wurde absolut wundervoll.

Solltest du dich also ebenfalls Fragen ob du ein Ritual richtig abhältst, wie viele Rauhnächte man nun feiert, wie man räuchert, was man darf oder nicht darf oder soll… …hör auf dein Gefühl! Das Ritual wird dann richtig ausgeführt, wenn es sich für dich gut und richtig anfühlt. Diese für mich sehr wertvolle Erkenntnis möchte ich dir gerne mitgeben für die weiteren Rauhnächte und alle Rituale im neuen Jahr.

Alles Liebe
eure Bianca