Ich bin zurück! …zumindest kurz! Denn die Feiertage werde ich weitgehend versuchen ohne Social Media durchzukommen. 😉

 Was sind die Rauhnächte?

Rauhnächte (mancherorts auch Raunächte oder Rauchnächte) nennt man die Zeit zwischen 4. Dezember (Barbaratag) und 6. Jänner (je nach Region unterschiedlich).  Es ist die Zeit zwischen den Jahren, in welcher nach alten Überlieferungen die Gesetze außer Kraft treten und die Tore zu unseren Ahnen weit offen stehen. Mit Hilfe von Räucherungen wollte man in dieser Zeit die Familie, Haus und Hof besonders schützen, Kontakt zu den Ahnen aufnehmen, oder die Stimmung im Haus heben.

 

Wann werden die Rauhnächte gefeiert?

Es ist gar nicht so leicht eine generelle Aussage dazu zu tätigen. Es gibt unterschiedliche Bewegungen hinsichtlich der Rauhnächte. Für die einen beginnen sie bereits mit dem Barbaratag, für die anderen ist es ganz klar zum Thomastag (21.12.) und andere wiederrum beginnen mit 25. Dezember. Recht logisch hört sich für mich die Sache mit dem Sonnen- und dem Mondkalender an: Laut der Mondrechnung umrundet der Mond die Erde 12 mal im Jahr, multipliziert man das mit dem Zyklus von 29,5 Tagen ergibt das nur 354 Tage und nicht 365 Tage wie im Sonnenjahr. Die Zeit dazwischen, also 11 Tage und 12 Nächte, nennt man Rauhnächte. Demnach müssten aber die Rauhnächte mit 1. Jänner enden und nicht mit 5. Jänner. Also doch wieder nicht logisch. Anscheinend haben sich verschiedene Einflüsse vermischt und deshalb kann man heute keine ganz klare Aussage mehr treffen. Also seid nicht verwirrt, wenn ihr auf unterschiedlichen Blogs und in Büchern unterschiedliche Informationen dazu findet.

 

Eine persönliche Sache.

Unabhängig davon, dass das Thema Rauhnächte sehr umfassend ist, ist es aus den genannten Gründen sehr schwer Fakten zu recherchieren. Deshalb möchte ich euch einfach erzählen, wie wir bei uns daheim die Rauhnächte verbringen. Darum geht es schlussendlich auch – jeder hat seine eigenen Rituale, je nachdem wie es sich für einen persönlich stimmig anfühlt – ähnlich dem Rezept für Vanillekeks – da hat ja auch jede Familie ihr persönliches Rezept oder eine Familien-Geheimzutat die sie zu etwas Besonderen machen. 😉 …und vielleicht inspiriert es euch dazu, diesen alten Brauch auch wieder aufleben zu lassen – in welcher Form auch immer.

 

Was machen für mich die Rauhnächte aus?

  • Es wird still
  • Draußen ist es rauh, im Haus wärmen wir uns vor dem Kamin
  • Zeit für Selbstreflexion und um das Jahr Revue passieren zu lassen
  • Reinigen (Weihnachtsputz, energetisch reinigen, das Haus, den eigenen Geist)
  • Neubeginn: Das Licht wird neu geboren
  • Die Magie – die alten Mythen und Geschichten

 

Wann beginnen für uns die Rauhnächte?

Wir beginnen die Raunächte von 24. auf den 25. Dezember um 00:00. Einer der Hauptgründe dafür ist, weil zu diesem Zeitpunkt der vorweihnachtliche Trubel vorbei ist und wir uns wirklich entspannen und darauf einlassen können.

 

Unser Ritual am (von 24.auf) 25.Dezember um 00:00 Uhr

Gemeinsam gehen wir mit der Räucherschale im Uhrzeigersinn durchs ganze Haus. In der Räucherschale befindet sich meine reinigende Mischung aus Beifuß, Salbei und Weihrauch die ich auch „dicke Luft“ nenne. Ich mit der Schale, Thomas mit dem Besen. Wir räuchern jedes Eck und jeden Spalt aus und treiben die negativen Energien die sich im Laufe der Zeit im Haus gesammelt haben vor uns her. Anschließend wird gut durchgelüftet und alles mit dem Besen hinausgekehrt – dazu sagen wir „Pech hinaus, Glück herein“. Bei Ronja im Zimmer flüstern wir, um sie nicht zu wecken. Ein bisschen verrückt komme ich mir dabei schon vor – was für ein gutes Gefühl!

Anschließend sitzen wir vorm Kamin und lesen uns Geschichten und Märchen rund um die Raunächte vor. Manches finden wir spannend, manches zum Lachen und manche Dinge möchten wir einfließen lassen. Es ist so schön, einzutauchen in diese magische Welt. Es gefällt mir, diesen Geschichten wieder Leben einzuhauchen – bei meiner blühenden Fantasie fällt das nicht schwer. 🙂

 

Unsere Vorlieben für alte Bräuche in den Rauhnächten:

Thomas:

  • Das Haus muss in der Dämmerung immer aufgeräumt sein (sonst ist einem Perchta im Folgejahr nicht wohlgesonnen)
  • Es darf keine Wäsche aufgehängt sein (die wilde Jagd könnte sich darin verfangen)

 

Bianca:

  • Alle Räder müssen stillstehen
  • Frauen und Kinder dürfen nach Dämmerung das Haus nicht mehr verlassen (Stichwort Müll rausbringen)
  • Die Tage müssen möglichst harmonisch verlaufen
    (Die 12 Tage geben Aufschluss darüber wie die kommenden 12 Monate sein werden. Die erste Rauhnacht steht für den Jänner, die zweite für den Februar usw.)

 

Lieblingslesestoff zu den Rauhnächten.

Wer noch mehr über die Raunächte nachlesen möchte oder nach Geschichten sucht – für den habe ich hier noch Empfehlungen für Lesestoff. Diese drei Bücher sind einzigartig und unterschiedlicher wie sie nicht sein könnten. Gerade das mag ich so an ihnen – ich nehme mir dann aus jedem Buch das heraus, was mich anspricht.

 

Das Wunder der Rauhnächte

Valentin Kirschgruber, Kailash Verlag

Mein erstes Buch zum Thema Rauhnächte. Aus diesem Grund bin ich vielleicht auch nicht ganz unbefangen. Meiner Ansicht nach ein wirklich besonderes Buch. Man findet darin einen ausführlichen Leitfaden für die Rauhnächte und viele Märchen, Mythen und Bräuche dazu.

Kräuter an sich werden in diesem Buch nicht beschrieben, aber dazu gibt es ja genug andere Literatur.

 

Räuchern in Winterzeit und Raunächten

Christine Fuchs, Kosmos Verlag

Was mir an diesem Buch besonders gefällt ist, dass heidnische und christliche Bräuche wertfrei gegenübergestellt werden. Ich habe dieses Buch in einem Atemzug gelesen, was heißen soll, es ist wirklich kurzweilig geschrieben und enthält dabei alle wichtigen Informationen. Sehr sympathisch fand ich, dass die Autorin in ihren Anleitungen zu den Rauhnächten auch immer persönliche Erlebnisse mit dem Leser teilt.

Auch in diesem Buch stehen die Kräuter nicht im Vordergrund.

 

Räuchern zu heiligen Zeiten

Hannelore Kleiß, Freya Verlag

Eine umfassende Lektüre zum Thema Räuchern, von einer Autorin aus unserem wunderschönen Mühlviertel. Total regional also! 🙂 In diesem Buch nehmen die Rauhnächte nur einen Teilbereich ein, es ist eine wertvolle Begleitung rundum das ganze Jahr, das ich sicher noch öfter zur Hand nehmen werde. Sehr persönlich geschrieben und dennoch bietet es einen sachlichen Überblick. In diesem Buch werden auch einige Pflanzen beschrieben, die man passend zu den jeweiligen Riten räuchern kann.